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Bundesvereinigung Lebenshilfe Was ist die Lebenshilfe? Die Lebenshilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der im Jahr 1958 von Eltern geistig behinderter Kinder und interessierten Fachleuten in Marburg gegründet wurde. Die Lebenshilfe vertritt aktiv und engagiert die Interessen geistig behinderter Menschen und ihrer Angehörigen. Heute zählt die Lebenshilfe im gesamten Bundesgebiet rund 125.000 Mitglieder. Die Lebenshilfe ist Elternvereinigung, Fachverband und Trägerin von Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Selbsthilfegedanke hat dabei große Bedeutung. Was will die Lebenshilfe? Die Lebenshilfe will geistig behinderten Menschen und ihren Angehörigen helfen, ein möglichst normales Leben zu führen, von der Kindheit bis ins Alter. Sie setzt sich deshalb für die gesellschaftliche Anerkennung geistig behinderter Menschen ein. Es ist ihr Ziel zu verdeutlichen, dass geistige Behinderung ein Ausdruck der Vielgestaltigkeit menschlichen Lebens ist, der den Wert dieses Lebens in keiner Weise herabsetzt. Menschen mit geistiger Behinderung sollen alle Chancen erhalten, ihr Leben so selbstbestimmt wie möglich zu gestalten. Was bedeutet geistige Behinderung? Geistige Behinderung ist keine Krankheit. Sie bedeutet vor allem eine Beeinträchtigung der intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen, nicht aber seiner sonstigen Wesenszüge, wie zum Beispiel der Fähigkeit, Freude zu empfinden oder sich wohlzufühlen. Geistig behinderte Menschen benötigen oft viel Hilfe und Unterstützung. Durch spezielle Förderung und Begleitung können viele geistig behinderte Menschen lernen, ein Leben zu führen, das ihren Bedürfnissen gerecht wird und das dem von Menschen ohne Behinderung weitgehend gleicht. Wie entstehen geistige Behinderungen? Es gibt viele Ursachen für geistige Behinderungen. Sie können vor, während oder nach der Geburt entstehen. Zum Beispiel als Folge einer bestimmten Anordnung der Erbinformationen. Sie können aber auch durch mangelnde Sauerstoffversorgung des kindlichen Gehirns beim Geburtsvorgang auftreten. Sie können durch Krankheit oder durch Verletzungen, zum Beispiel Unfall, verursacht werden. Wie viele geistig behinderte Menschen gibt es? In Deutschland leben heute rund 420.000 Menschen mit geistiger Behinderung. Rund sechs von tausend Kindern, die in der Bundesrepublik Deutschland geboren werden, sind geistig behindert Wie viele geistig behinderte Menschen unterstützt die Lebenshilfe? Allen 420.000 geistig behinderten Menschen kommt direkt oder indirekt die Arbeit der Lebenshilfe zugute. Davon werden rund 150.000 geistig behinderte Kinder, jugendliche und Erwachsene durch die Lebenshilfe betreut und gefördert. Wie ist die Lebenshilfe organisiert? Die Lebenshilfe setzt sich aus 542 Orts und Kreisvereinigungen und 16 Landesverbänden zusammen, die alle der Bundesvereinigung Lebenshilfe angehören. Der ehrenamtliche Bundesvorstand wird alle vier Jahre von den Delegierten der örtlichen Vereinigungen und der Landesverbände in der Mitgliederversammlung gewählt. Gemeinsam mit der Bundeskammer, der die Vorsitzenden der Landesverbände angehören, beruft der Vorstand der Bundesvereinigung den Elternrat sowie die Mitglieder verschiedener Ausschüsse und Projektgruppen. Menschen mit geistiger Behinderung bringen ihre Anliegen selbst ein, indem sie u.a. in Beiräten mitarbeiten. Zweck dieser Gremien ist, zu gewährleisten, dass der Stand fachlicher Erkenntnisse in die Arbeit mit geistig behinderten Menschen einfließt und die Betroffenen und ihre Familien an einer umfassenden Meinungsbildung demokratisch beteiligt sind. Die Geschäftsstelle der Bundesvereinigung Lebenshilfe hat ihren Sitz in Marburg. Was tut die Lebenshilfe? Die Lebenshilfe unterhält in ganz Deutschland rund 3.000 Einrichtungen und mobile bzw. ambulante Dienste zur Förderung geistig behinderter Menschen und zur Unterstützung ihrer Angehörigen, zum Beispiel:
Die Lebenshilfe tritt für die Rechte geistig behinderter Menschen und ihrer Familien gegenüber dem Gesetzgeber und Behörden ein und berät ihre Mitglieder in Fach und Rechtsfragen. Mit einer breiten Palette von Büchern und Broschüren, einer Fachzeitschrift und der Lebenshilfe Zeitung, Filmen und Ausstellungen, informiert sie zum Thema Geistige Behinderung und wirkt auf den Abbau von Vorurteilen in unserer Gesellschaft hin. Wie können Sie mehr über die Arbeit der Lebenshilfe erfahren? Ganz einfach: Wenden Sie sich bitte an die Bundesvereinigung Lebenshilfe, Ihren Landesverband oder die nächstgelegene örtliche Vereinigung der Lebenshilfe. Kurzfassung des Grundsatzprogramms der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. Menschen mit geistiger Behinderung Menschen wie andere auch! Alle Menschen sind verschieden und doch gleich. Verschieden zu sein ist normal, denn jeder ist einzigartig und unverwechselbar. Gleich sind die Menschen in ihren Bedürfnissen und Rechten. Geistig behinderte Menschen sind Menschen wie andere auch: sowohl gleich als auch verschieden. Mit uns leben in Deutschland etwa 420.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung. Alle 90 Minuten wird bei uns ein Kind geboren, das mit einer geistigen Behinderung leben wird:
Es sind Kinder wie andere auch. Lebensrecht und Lebensqualität Menschen mit geistiger Behinderung haben dieselben Rechte wie alle anderen Bürger. Das garantiert unser Grundgesetz. Das Recht auf Leben darf behinderten Menschen von niemandem und mit keiner Begründung abgesprochen werden. Vielmehr haben sie unabhängig von Art und Schwere ihrer Behinderung Anspruch darauf, so zu leben, wie es in unserer Gesellschaft üblich ist. Geistig behinderte Menschen möchten selbstbestimmt leben, mitten unter uns, gleichwertig und geachtet. Sie brauchen Partner, die genau hinhören. Geistig behinderte Menschen wollen ernst genommen werden selbst wenn sie sich nicht in Worten verständlich machen können. "Auch wer nicht rechnen kann, zählt mit! Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen." Menschen mit geistiger Behinderung haben dieselben Grundbedürfnisse wie andere auch. Wie andere auch finden geistig behinderte Menschen Geborgenheit in ihrer Familie. Deshalb ist es wichtig, dass die Familie ohne Schuldzuweisung und ohne Benachteiligung leben kann, angstfrei, von den Mitmenschen angenommen und mit der Sicherheit, dass für ihr geistig behindertes Kind bis ins Alter gesorgt wird. Wie andere auch möchten geistig behinderte Kinder sich entwickeln, Kindergarten und Schule besuchen, mit anderen spielen und lernen: Kinder brauchen Kinder! Wie andere auch haben geistig behinderte Menschen Anspruch auf ein eigenes Zuhause, einen privaten Lebensraum, den sie selbst gestalten dürfen. Das Elternhaus zu verlassen gehört zum Erwachsenwerden. Wie geistig behinderte Menschen wohnen möchten, hängt von ihren Neigungen und Fähigkeiten ab. Wie andere auch möchten geistig behinderte Menschen zur Arbeit gehen. Sie haben das Recht auf Eingliederung in die Arbeitswelt, auf einen humanen Arbeitsplatz, auf gerechte Entlohnung und Mitwirkung. Wie andere auch entwickeln sich geistig behinderte Menschen als Mann und Frau. Sie haben ein Recht auf Sexualität und Partnerschaft. Wie andere auch möchten geistig behinderte Menschen Freunde finden, ihre Freizeit gestalten, kreativ sein, Freude an Spiel und Sport haben, Erwachsenenbildung in Anspruch nehmen, Zugang zum Glauben suchen. Wie andere auch wünschen sich geistig behinderte Menschen, in Würde alt zu werden. Um leben zu können wie andere auch, brauchen geistig behinderte Menschen:
Die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Ein Netz der Hilfe das ist die Lebenshilfe. Sie vertritt die Interessen geistig behinderter Menschen und ihrer Familien als Behindertenverband und Elternvereinigung, Fachverband und Einrichtungsträger. Parteipolitisch und konfessionell unabhängig, versteht sich die Lebenshilfe als Selbsthilfeorganisation von geistig behinderten Menschen, Eltern und Fachleuten. Auf deren partnerschaftlichem Verhältnis liegt besonderer Wert. Die örtlichen Lebenshilfe Vereinigungen leisten praktische Hilfe, viele in Einrichtungen wie Frühförderstellen, Kindergärten, Schulen, Wohnstätten und Werkstätten für Behinderte. Hinzu kommen Beratung und Information, Sport und Freizeitangebote, Elterngruppen, ambulante Hilfen ... Von der Lebenshilfe werden über 150.000 Menschen mit geistiger Behinderung gefördert und betreut. |